Eine gefühlte Stunde lang erzählte mir meine Freundin von ihrem letzten Wellnessurlaub mit ihrem Lebenspartner. Vom Wellnessbereich mit Whirlpool, Dampfgrotte, Farblichtbehandlung, den tollen Massagen, Peelings und Moorpackungen, der Yogaschnupperstunde und natürlich dem sensationellen Essen, das keine Wünsche offen ließ. Und vor allem, wie erholt sie sich nun beide fühlen, da sie endlich einmal dem Alltagsstress entkommen sind. Da kann man schon neidisch werden, dachte ich für einen ganz kurzen Augenblick!

Aber ganz ehrlich – es muss nicht unbedingt der tolle und kostspielige Wellnessurlaub sein, auf den meine Freundin schwört. Oftmals reicht auch ein bewusst erlebter Wellnesstag, um seine Batterien aufzutanken. Besser noch, man plant immer wieder einen solchen Wellnesstag ein, damit der Energielevel gar nicht mehr so tief sinkt. Mir persönlich ist das lieber – allein die Vorstellung, Angebote zu vergleichen, zu packen, Kinder- und Haustierbetreuung zu organisieren, eventuell noch eine lange An- und Rückreise hinter mich zu bringen, finde ich so ganz und gar nicht entspannend. Mich reizt ein Urlaub immer dann, wenn ich etwas Außergewöhnliches erleben oder Neues entdecken will. Zum Ausruhen, Auftanken und Abschalten bleibe ich lieber zu Hause und nutze all die Angebote, die sich bei uns in der Umgebung anbieten.

Einfach mal abschalten

Oft genügen schon kurze Augenblicke in der Hektik des Alltags, in denen wir uns ausklinken und bewusst zur Ruhe kommen können. Ein Spaziergang in der Natur, ohne Ablenkungen, jeder einzelne Schritt wahrgenommen. Die Eindrücke, die die Natur uns rundherum bietet, in uns aufgenommen, reichen oft schon aus, um sich wieder lebendig zu fühlen. Manchmal braucht es nur einen Perspektivenwechsel – weg vom bloßen Funktionieren-Müssen und Bestimmt-Werden hin zum aktiven Erleben.

Um seinem Geist nach arbeitsreichen oder anderweitig anstrengenden Lebensphasen ein wenig Ruhe zu gönnen, kann es schon helfen, einmal einen ganzen Tag lang sämtliche elektronischen Geräte, allen voran natürlich das Smartphone, konsequent abzuschalten. Denn auch wenn manchmal stundenlang niemand anruft, kann alleine schon der Gedanke, man könnte jeden Moment aus seiner Ruhe gerissen werden, sehr belastend wirken und einen daran hindern, richtig abzuschalten.

Ein Tag in der Therme – viel Luxus für wenig Geld

Die heilsame und entspannende Wirkung von Wasseranwendungen auf Körper und Geist ist schon seit der Antike bekannt. Dementsprechend große Bedeutung räumten die Römer dem regelmäßigen Baden in ihrem Leben ein. In prunkvollen Thermalbädern wurde das Baden regelrecht zelebriert.

Um es ihnen gleich zu tun, muss man sich glücklicherweise nicht mehr ins alte Rom zurück wünschen. Unsere heimischen Thermen haben jeden erdenklichen Komfort und Luxus zu bieten, den man sich wünschen kann. In Kombination mit Sole aus den umliegenden Bergwerken kann man zum Beispiel in der Salzkammergut-Therme Bad Ischl oder dem Narzissen Vital Resort in Bad Aussee die heilsame Wirkung des Salzes entdecken. Das Solewasser soll bei Erkrankungen des Stütz- und Be wegungsapparates, Störungen des Stoffwechsels, Erkrankungen des Verdauungsapparates, Erkrankungen der Atemwege und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems helfen, sie soll den Blutdruck normalisieren sowie Schmerzen lindern und den Organismus stärken. Die Grimming-Therme in Bad Mitterndorf hingegen verspricht mit Calcium-Magnesium-Sulfat-Thermalwasser ein heilsames Badevergnügen. Selbstverständlich kann man auch ohne gesundheitliche Beschwerden von der wohltuenden Wirkung eines entspannten Badetages profitieren. Schon Sebastian Kneipp stellte fest: „Ist man krank, so tut man alles Mögliche; wenn man aber gesund ist und Zeit zum Vorbeugen hat, so tut man nichts.“ So sollte es natürlich nicht sein!

Deshalb kann es nicht schaden, aus dem vielfältigen Angebot an Wellness- und Beauty-Behandlungen zu schöpfen, die uns gerade im Salzkammergut geboten werden, wo Gesundheit und Erholung eine lange Tradition haben. Die Achtsamkeit, die man sich selbst entgegenbringt, indem man gut für sich sorgt, steigert das eigene Wohlbefinden nachhaltig.

Text: Karin Oesch

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