Nicht nur für den Papa ist Grillen eine Leidenschaft. Auch Kinder werden vom Feuer magisch angezogen. Was natürlich viele Möglichkeiten, aber auch Gefahren mit sich bringt. Wie so oft hilft hier schon der gesunde Hausverstand. Für mich ist es eine super Gelegenheit, den Kindern den Weg der Lebensmittel vom rohen Zustand bis zum fertigen Gericht näher zu bringen. Ihnen sozusagen spielerisch die Herkunft und Wertschätzung der Speisen beizubringen. Bei der Speisenauswahl ist natürlich ein bisschen mehr nachzudenken, als nur Schopf und Ripperl zu grillen.

Was die Erwachsenen gerne essen, wissen wir ja bereits. Ebenfalls werden die Mütter genau wissen, was ihre Kinder gerne am Grill haben. Ich habe einige Mütter interviewed und das Folgende ist dabei rausgekommen. Die Tipps sind auch für kinderlose Gastgeber hilfreich, die Gäste mit Kindern zum Grillen erwarten.

Kleine Bratwürstel

Ich denke, alle Mütter, mit denen ich gesprochen habe, nannten mir Nürnberger Bratwürstel. Mit Ketchup, eh klar.

Faschierte Laibchen

Am besten kleine Kügelchen aus Faschiertem formen, ohne Zwiebel, mit Ei und kleinen Paprikawürfeln oder Erbsen. Natürlich gut durchgaren lassen.

Spieße aller Art

Einerseits kann man bei der Zubereitung von Spießen Kinder gut mithelfen lassen und auch das Essen ist für die Kinder spannender und für die Eltern entspannter, weil das Kleinschneiden entfällt. Aufspießen kann man hier so ziemlich alles. Hühnerfleisch, Gemüse aller Art wie Paprika, Maiskolbenscheiben, Zucchini, Cocktailtomaten, Schwammerl – viele Kinder mögen auch gerne Shrimps (bereits geschälte) oder Steckerlfisch. Ich würde einen Holzspieß empfehlen, der wird nicht so heiß wie ein Metallspieß. 

Steckerlfische

Hendlhax’n 

Ein immer gern gegessener Klassiker bei Kindern. Es gibt hierfür auch sehr praktische Halterungen, in die man die Hühnerschenkel reinhängt. Sehr effektiv und sieht lustig aus. 

Hendl & gefüllte Paprika

Gefüller Paprika mit Risotto 

Risotto wie gewohnt (gerne auch am Vortag) zubereiten – event. auch ein Spargelrisotto – und kalt werden lassen. Den rohen Paprika oben öffnen, entkernen und mit Risotto füllen. Da es ca. 20 Minuten dauert bis das Risotto auch innen warm ist, zuerst bei indirekter Hitze am Grill heiß werden lassen. Zum Schluss noch kurz über die heiße Glut, um die schönen Grillspuren zu erhalten. 

Maiskolben im Ganzen … 

zum Abknabbern. Maiskolben sind durch ihre einfache Zubereitung sehr beliebt. Maiskolben im Ganzen kochen oder schon vorgekocht kaufen, mit Butter bestreichen und ab auf den Grill. Es gibt dafür auch spezielle Maiskolbenhalter zum leichteren Knabbern. Aber Vorsicht, die haben ziemlich spitze Nägel zum Aufspiessen! 

Gegrillter Kaiserschmarrn

Ja, das geht natürlich auch. Jedoch nur mit einer für den Grill geeigneten Pfanne. Grundsätzlich kann man mit Pfannen und Töpfen ja alles am Grill zubereiten. Die heiße Kohle ersetzt dabei ja nur die Herdplatte. Für ca. 6 Portionen (je nach Größe der Pfanne event. in mehreren Etappen zubereiten) 300 g Mehl 500 ml Milch 5 Eier 50 g Butter/Margarine 1 Päckchen Vanillezucker Prise Salz Die Eier trennen. Die 5 Eiweiß steif zu Schnee schlagen. Geschmolzene Butter/Margarine mit 5 Eigelb leicht schaumig schlagen. Vanillezucker nach Wunsch dazugeben. Mehl und Salz mischen. Nach und nach Milch und Mehl abwechselnd zu der Ei-Buttermasse geben und alles zu einem glatten Teig verarbeiten. Den steifen Eischnee unter die glatte Masse heben und den Teig min. 30 Minuten ruhen lassen. Nun alles in die heiße gebutterte Pfanne geben, Grillerdeckel zumachen und je nach Hitze 1 bis 3 Minuten grillen. Teig umdrehen, selbes Spiel nochmal und anschließend zerreissen, nochmals mit Butter an- rösten und fertig. Kompott, Röster oder Eis dazu servieren!

Grillsaucen und Marinaden …

bitte immer selbst machen! Nichts ist schlimmer als diese fertigen Cocktail- oder Currysaucen aus den Flaschen. Klar wird man selten Ketchup oder Senf selbst machen – obwohl versucht es doch mal! Ist gar nicht so schwer! Kinder helfen gerne mit beim Saucen machen und lernen wieder etwas über die Lebensmittel. Gut, die Küche sieht danach vermutlich anders aus, als wenn man es alleine macht! 

Gegrilltes Obst als Nachspeise

Ob gegrillte Ananas, gegrillte Marillen, Erdbeeren oder Pfirsiche und Wassermelone mit Feta – nichts rundet das Grillen besser ab als ein fruchtiger Genuss. Dazu einfach das Obst aufschneiden, ab auf den Grill und fertig! Man muss nur aufpassen, dass es nicht verbrennt. Ich würde eine eigene Grillschale dafür empfehlen, denn der direkte Rost hat vermutlich noch zu starke Fleisch-Röstaromen, welche man nicht unbedingt auf der Ananas haben möchte.

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Kinder selbst grillen lassen? 

Weniger entspannend für die Eltern, da man ständig aufpassen muss, dass sich die Kinder nicht verbrennen, aber ein absolutes Highlight für jedes Kind. Hierzu einen Holzspieß mit ca. 1 Meter Länge organisieren und auf offenem Feuer z.B. Knacker, Brat-würstel, Grillbrot (Stockbrot-Teig), Gemüse oder sogar Steckerlfisch grillen. Mit den meisten Grills wird dies vermutlich nicht funktioneren, da sie zu hoch für Kinder sind, am besten geht´s bei einem Lagerfeuer. 

Grundrezept Stockbrot-Teig für 4 Portionen

500 g Mehl 1 Pkg. Trockengerm 250 ml lauwarmes Wasser 1 EL Salz Den Germ und das lauwarme Wasser in eine Schüssel geben und verrühren. Salz und das Mehl dazugeben, alles zu einem Teig vermengen und 10 Minuten lang kneten. Natürlich kann der Teig z.B. mit frischen Kräutern verfeinert werden. An einem warmen Ort eine Stunde abgedeckt ruhen lassen. Den Teig nach der Ruhezeit dann nochmals kurz durchkneten. Eine Handvoll Teig um die Spitze eines Stocks wickeln. Das Stockbrot am Lagerfeuer oder am Grill einige Minuten garen.

Rezepte und Bericht von Mario Nussbaumer 

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