Im Sommer verzichten wir gerne auf warme, teils deftige Speisen und geben uns durchaus mit Essigwurst und seinen Artgenossen zufrieden. Viele verschiedene Salate, kalt Mariniertes und die klassische Jause stehen vermehrt am Speiseplan. Es wird auch weniger oft am Speisetisch im Esszimmer gegessen, oft versuchen wir unser Essen im Garten, Parkbad oder am See zu uns zu nehmen. Daraus ergibt sich schon oft alleine aus logistischen Gründen, dass man zu kalten Speisen greift, da eine Kühlbox schneller bei der Hand ist, als eine Wärmebox. Aber natürlich verleitet uns auch die Temperatur eher zu kalten Gerichten.

Essigwurst geht immer, richtig! Aber vielleicht kann man diese ab und an etwas spannender zubereiten und auch einmal auf ähnlich einfache und trotzdem ausgefallen Gerichte ausweichen. Hier ein paar Varianten der Essigwurst und Alternativen, die ich gerne an heissen Tagen esse. Und sie sind vielfältig einsetzbar, auch als Beilage zum Grillen.

Essigwurst klassich: Ob Sie Knacker, Speckknacker oder Extrawurst verwenden – Geschmackssache würde ich mal sagen. Auf jeden Fall in dünne Scheiben geschnitten, mit Essig, Öl, Salz und Pfeffer mariniert, Zwiebel darüber und fertig ist die einfachste Variante der Essigwurst. Olivenöl oder Kürbiskernöl – je nach Belieben. Und das ist auch das Basisrezept für die folgenden Varianten.

Griechische Essigwurst: Hier kommen noch weitere Zutaten mit in die Schüssel: Oliven, Feta-Käse-Würfel, Salatgurken in Stifte geschnitten und halbierte Cocktailtomaten.

Italienische Essigwurst: Mit getrockneten Tomaten, Baby-Mozzarella Kugeln, frischem geschnittenen Basilikum und mariniert mit Balsamico-Essig.

Asiatische Essigwurst: Etwas ausgefallener als seine Artgenossen. Mit zusätzlich Bambussprossen (aus dem Glas), frische Sojabohnen-Keime, gerne auch fein geschnittene scharfe Chili und in die Marinade einfach ein Schuss Soja-Sauce (vll. auf das Salz verzichten, da Sojasauce sehr salzig schmeckt).

Afrikanische Essigwurst: Hierbei sollte man sich mit den Gewürzen etwas spielen. Zuerst die Marinade anmachen und austesten was einem schmeckt, dann erst über die Essigwurst geben. Sehr gut passt ins
Dressing: „Ras el Hanuit“ – eine
marokkanische Gewürzmischung mit vielen Zutaten wie Kreuzkümmel, Piment, Muskat, Lavendel, Kardamom und Kümmel oder „Harissa“ – eine scharfe Gewürzpaste aus frischen Chilis, Kreuzkümmel, Koriandersamen, Knoblauch, Salz und Olivenöl. Eventuell mit Cous-Cous und verschiedenen Nüssen aufpeppen.

Schweizer Wurstsalat:
Vermutlich ist dies die gängigste Variante mit Bergkäse oder Emmen-
taler, Paprikastreifen und ein paar Essiggurkerl.
Es können natürlich noch zahlreiche andere Varianten gemacht oder die erwähnten untereinander vermischt werden.

Des weiteren bereite ich gerne folgende Rezepte zu:

Rindfleisch-Salat: Gekochtes, abgekühltes Schulterscherzel in dünne Scheiben schneiden. Mit rotem Zwiebel, verschieden färbigen Paprikastreifen, gekochten Eiern und Essiggurkerln auf grünem Salat anrichten und geriebenen Kren darüber. Das Dressing variiert natürlich nach Geschmack. Ich nehme gerne Hesperiden Essig, Kernöl, Dijon Senf, Salz und Pfeffer, Thymian und Majoran und mixe es mit dem Stabmixer.

Salade Niçoise: Von diesem französischen Klassiker gibt es unzählige Varianten, hier eine vereinfachte: Gekochte, abgekühlte Kartoffeln in Würfel schneiden, gekochte Eier vierteln. Gemeinsam mit Thunfisch, Sardellenfilet, Oliven, Fisolen, Paprika, Tomaten, Salatherzen und roten Zwiebel mit einer Vinaigrette aus Olivenöl, Dijon Senf, Zitronensaft, Salz und Pfeffer zubereiten.

Glasnudelsalat: Glasnudeln kochen, kalt abspülen, mit Lauchzwiebeln, Karotten, Gurke, Zwiebel und Ananas in einer Schüssel vermengen. Ein Zitronen-Sojasauce-Dressing anrühren und eventuell mit gebratenen Shrimps oder Hühnerstreifen servieren. Frischer Koriander und geröstete Erdnüsse passen ebenfalls sehr gut dazu.

Kaltschale mit Gurke und Joghurt: Salatgurke schälen, entkernen und klein schneiden – mit Olivenöl, Joghurt, Knoblauch, frischen Kräutern (z. B. Minze, Basilikum, Petersilie, Melisse) im Mixer pürieren. Kräftig mit Weißweinessig und grob gemahlenem Pfeffer würzen und abschmecken. Gut kalt stellen. Vor dem Servieren Feta-Käse in die Kaltschale bröckeln.

Wassermelonen-Gazpacho: Melone in Stücke schneiden. Zwiebel würfeln. Knödelbrot, Melone, Zwiebel und Cranberrysaft in eine große Schüssel füllen und mit dem Stabmixer fein pürieren. Mit Essig, Salz und Pfeffer abschmecken. Gurke, Sellerie und Paprika fein würfeln und unter die Gazpacho rühren. Zugedeckt mindestens 1 Stunde kalt stellen. Verschiedene Kräuter fein hacken und kurz vor dem Servieren unter die Gazpacho mischen.

Zum Tüfteln im Sommer:
Sommerrollen: Für das Original aus Vietnam oder Thailand wird einem ein Besuch in einem Asia-Shop vermutlich nicht ausbleiben. Wir benötigen runde Blätter Reispapier (ca. 20 cm Durchmesser) und viele asiatische Zutaten. ABER natürlich geht es auch mit allerlei heimischen Nahrungsmitteln. Probiert zuhause alle möglichen Varianten aus. Macht übrigens gemeinsam mit Kindern noch mehr Spaß. Reisblätter ca. 45 Sek. in warmem Wasser einweichen, dann die kreierte Fülle in die Mitte setzen und das Reispapier von zwei gegenüberliegenden Seiten her über die Füllung klappen und von der dritten Seite her fest aufrollen. Gefüllt werden sie gerne mit kalten Salaten aller Art, Sprossen, Shrimps, Gemüsesticks, Hühnerstreifen, Spargel, Papaya, Mangosalat, Zitronengras-Tofu und vielen mehr. Aber warum nicht auch mit geräuchertem Saibling oder Rindfleisch-Carpaccio? Ideal zum Dippen in eine Erdnuss-Sauce oder scharfe Soja- bzw. Fischsauce.

Ich wünsche Ihnen einen kulinarisch aufregenden Sommer!
Mario Nussbaumer

Rezepte und Bericht von Mario Nussbaumer 

www.facebook.com/kulinarisches.salzkammergut

Beitragsfotos: Adobe Stock

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