Sind Sie schon in Winterstimmung? Mein heutiger Waldspaziergang im Schnee hat mich, früher als sonst, winterlich gestimmt. Der knirschende Schnee, der alle Geräusche auf wundersame Weise dämpft, die Bäume mit ihrer weißen Pracht und die Spuren der Wildtiere im Schnee, alles übte eine seltsame Magie aus. Alleine das Rauschen des Baches erinnerte an vergangene Sommertage.

Sie merken schon. Mir ist heute nicht nach Wirtschaft, Marketing oder Verkauf zumute. Viel mehr möchte ich mich mit Werten beschäftigen.


Sinnstiftende Werte
Welche Bedeutung haben Werte in unserer schnelllebigen Zeit? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welche Werte Ihnen wirklich wichtig sind? Werte schaffen Sinn und Orientierung in unserem Leben. Menschen, die ihre Werte kennen und danach handeln sind in der Regel zufriedener und erfolgreicher. Heute möchte ich mich dem Thema Achtsamkeit widmen.


Der Geist ruht nie
Unser Geist arbeitet unaufhörlich. Meist wird uns das aber überhaupt nicht bewusst. Wir sind gewohnt, alles was wir erleben, unsere Gedanken, aber auch jede Situation zu bewerten. „Ist das interessant für mich? Mag ich ihn oder nicht? Hilft mir das weiter? Das ist wieder typisch.“ Was uns
einerseits hilft, Eindrücke zu ordnen und schneller zu entscheiden, schränkt auf der anderen Seite aber unsere Wahrnehmung ein. So wird es fast unmöglich, Neues überhaupt wahrzunehmen. Denn durch die laufenden Bewertungen werden unsere Glaubenssätze und Denkgewohnheiten immer wieder bestätigt und damit einzementiert. Wir nehmen nur mehr wahr, woran wir glauben.


Im Hier und Jetzt
Achtsamkeitsübungen schulen die Aufmerksamkeit und schärfen die Wahrnehmung für sich und die Umgebung. Meditation ist die häufigste und bekannteste Übungsform. Der Meditierende achtet ausschließlich auf seine Atmung. Gedanken dürfen kommen und gehen, aber nicht bewertet werden. Der Focus liegt im Hier und Jetzt. Es geht ausschließlich darum zu beobachten was geschieht, ohne es zu bewerten.


Achtsamkeit im Trend
In den letzten Jahren ist Achtsamkeit zu einem Modethema geworden. Steigender Arbeitsdruck, Dauerstress, digitale Informationsflut, Schnelllebig- keit und der Zwang zum Multitasking sind längst fixe Bestandteile unseres Alltags. Durch die massive Zunahme von Burn-out Erkrankungen in den letzten Jahren setzen sich auch immer mehr Unternehmen mit diesem Thema auseinander.


Meditation für Mitarbeiter
Bereits 2007 startete Google mit „Search inside yourself“ ein Meditationsprogramm für Mitarbeiter. Das Programm war überaus erfolgreich, was sich auch in langen Wartelisten zeigte. Google hat mit dem sog. Achtsamkeits-Chef auch eine eigene Position geschaffen. Viele große Unter- nehmen folgten dem Beispiel: SAP, Merck, BASF, Bosch, Siemens, aber auch die Deutsche Bank und die Europäische Zentralbank bieten Meditationskurse für Mitarbeiter an.


Positive Auswirkungen
Heute weiß man, dass Achtsamkeit vor Stress und Überforderung schützt. Achtsame Menschen konzentrieren sich auf die wesentlichen Dinge. Sie sind ruhiger, fokussierter und lassen sich weniger leicht ablenken. Achtsamkeit sorgt außerdem für weniger Krankenstände, ein besseres Betriebsklima und eine höhere Zufriedenheit mit sich und dem Unternehmen. Die Fehlerquote sinkt, die Kreativität steigt.


Achtsamkeits-Netzwerk
Achtsamkeit im Job, im Konsumverhalten und im Umgang mit Geld: Das sind die Themen, mit denen man sich im „Netzwerk achtsame Wirtschaft“ befasst. Hier treffen sich Menschen, die nach sinnvollen Alternativen zum heutigen Wirtschaftssystem suchen. Das Fundament bilden die 14 Achtsamkeitsübungen des buddhistischen Mönches Thich Nhat Hanh. Wer sich in hektischen Zeiten eine bewusste Auszeit nehmen möchte, dem empfehle ich diese Übungen auf der Website nachzulesen (www.achtsame-wirtschaft.de).

Text: Mag Heide Kühnel, Marketingberaterin, www.kuehnel-marketing.at

Erschienen: Leben im Salzkammergut, Ausgabe 10/17

Foto: Adobe Stock

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