Es gibt nichts Schöneres, als im Garten seine Runden zu drehen auf der Suche nach reifem Obst und Beeren. Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Trauben, Ribisel und andere süße Früchtchen warten nur darauf, vernascht zu werden. Das Pflücken und Ernten bereitet nicht nur Kindern großen Spass, sondern sorgt zudem für den täglichen Vitaminschub.

Glücklich ist, wer noch einen großzügig angelegten Baumgarten sein eigen nennen kann, der genügend frisches Obst und Früchte zum Naschen und für Kuchen, Marmeladen und Säfte bietet. Doch leider ist das nur noch selten der Fall. Trotzdem möchten die meisten Hausbesitzer gerne beim Gang durch den eigenen Garten eine saftige Erdbeere pflücken, sich eine süße Himbeere auf der Zunge zergehen lassen oder in einen roten Apfel beissen. Aber auch auf kleinem Raum lässt sich dieser Wunsch erfüllen, wenn man sich gut überlegt, wie man einen “Naschgarten” anlegen kann. Im Sommer kann man sich die geeigneten Plätze ausschauen, wo viel Sonne scheint oder wo es schattig ist. Gepflanzt wird dann erst im Herbst.

Obstbäume

Bei großem Platzangebot ist es kein Problem, seine Lieblingsfrüchte zu pflanzen. Bei wenig Raum bieten sich beim Kern- und Steinobst wie Apfel, Birne oder Kirschen, Säulen- und Spalierbäume an. Säulenbäume bilden relativ kurze Zweige, daher behalten sie ihre schmale Form und benötigen nur wenig Platz. Spalierobst wird an Spalieren gezogen, idealerweise an Hauswänden, sie können aber auch an freistehenden “Raumteilern” wachsen.

Beeren

Bei den Beeren ist es etwas einfacher, eine große Vielfalt in den Garten zu holen. Allen voran die Erdbeeren, von denen eine reiche Auswahl an Sorten angeboten wird. Klein, aber dank ihres intensiven Aromas etwas ganz Besonderes sind Walderdbeeren – übrigens ein ausgezeichneter Bodendecker für halbschattige Lagen. Etwas größer und über Monate Früchte tragend, ist die “Monatserdbeere”. Großfruchtige Sorten reifen Ende Mai bis Ende Juni.

Wer lieber Him- oder Brombeeren hat, braucht schon etwas mehr Platz, da die süßen Früchte gespannte Drähte benötigen, an denen die Ruten festgebunden werden. Dieses Wachsgerüst kann auch ein Zaun sein, oder irgendwo im Garten errichtet, als Sichtschutz oder Raumteiler eingesetzt werden. Erhältlich sind sommer- und herbsttragende Sorten. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Gärtner beraten, was am besten zu Ihnen passt.

Da es sich bei allen vorab erwähnten Obst- und Beerensorten um Rosengewächse handelt, sollten sie nie dort gepflanzt werden, wo schon andere Rosengewächse gestanden haben, weil das das Wachstum der neuen Pflanze hemmt.

Eine weitere, jedoch zu den Stachelbeergewächsen gehörende Beerenart ist die Johannisbeere (Ribisel), von denen es rote, schwarze und weiße gibt. Dabei handelt es sich um relativ kleinbleibende Sträucher, die außer einer guten Nährstoffversorgung und einem entsprechenden Schnitt relativ pflegeleicht sind. Ihre Reifezeit ist je nach Sorte im Juni oder Juli. Dasselbe gilt auch für die Stachelbeere. Hier sind nebst den üblichen grünen auch solche mit roten und gelben Beeren erhältlich, die zudem noch besonders süß schmecken.

Um einen reichen Ertrag zu bringen, benötigen Him-, Brom- sowie Johannisbeeren halbschattige bis sonnige Standorte. Wählen Sie einen luftigen Standort und einen genügend großen Pflanzabstand, dann können Sie sich auf schöne, große und süße Früchtchen freuen.

Der Naschgarten auf dem Balkon

Auch wenn Sie keinen Garten haben, müssen Sie nicht unbedingt auf frisches Obst verzichten. Es kommt nur darauf an, dass Sie die richtige Wahl an Pflanzen treffen, um auch einen entsprechenden Ertrag zu erlangen. Die Klassiker für den Balkon sind Erdbeeren und Tomaten. Hier gibt es sogar eigene Balkonsorten, aber auch größere Sorten gedeihen ganz prächtig, wenn sie einen sonnigen, windgeschützten Platz und regelmäßige Düngung bekommen. Ebenfalls bestens für den Balkon geeignet sind Paprika, Salat, Radieschen und alle Kräuter.

Sträucher und Bäume

Bäume und Sträucher können Sie sogar in Kübeln auf dem Balkon ziehen – dazu gibt es eigene kleinwüchsige Sorten. Achten Sie beim Kauf darauf, dass es sich um selbstbefruchtende Sorten handelt, so brauchen Sie von jeder Frucht nur eine Pflanze. Lediglich bei Äpfeln sollten Sie sich zwei, besser sogar drei Bäumchen anschaffen, damit diese sich bestäuben können. Beerenfrüchte wie Heidelbeere, Stachelbeere usw. gibt es auch als Hochstämmchen und passen ebenfalls wunderbar auf den Balkon.

Kletterpflanzen

Nicht nur ertragreich und pflegeleicht, sondern auch praktisch sind rankende Pflanzen, die gleichzeitig ein guter Sichtschutz und Schattenspender sein können. Gut geeignet sind hier Bohnen und Stangengurken, aber auch Kürbis.

Denken Sie daran: Gut geplant ist schon halb gewonnen!

Beitragsbild: Adobe Stock

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