Mann beim Lesen

Die aktuelle wirtschaftliche Lage ist zweigeteilt. So manch ein Unternehmer weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ausbleibende Umsätze und hohe Fixkosten führen zu enormen Belastungen. Auf der anderen Seite gibt es auch viele Betriebe, speziell im Tourismus, die mehr als ausgelastet sind und an ihre Grenzen stoßen.

„Wir müssen sparen.“ Diesen Satz hört man derzeit immer wieder. In der aktuellen Wirtschaftskrise wird in vielen Unternehmen der Rotstift angesetzt. Besonders beliebt ist die Kürzung der Werbeausgaben.
Gewinner der Krise
Aber es gibt auch die andere Seite. Ich höre immer wieder von Hotels und Gastronomiebetrieben, die den aktuellen Gästeandrang kaum bewältigen können und so an ihre persönlichen und unternehmerischen Grenzen stoßen. Auch das traditionelle Handwerk zählt zu den Gewinnern. Natürlich ist es in dieser Situation für viele Unternehmer verführerisch, ihre Ausgaben für Werbung zu kürzen. Schließlich kann man ja kein Zimmer doppelt belegen. Aber Achtung: Das ist nur sehr kurzfristig gedacht.


Wer nicht wirbt, stirbt
Wer jetzt seine Werbung zurückfährt oder sogar einstellt, wird das später teuer bezahlen. Denn mittel- und langfristig müssen verlorene Werte bei Bekanntheit und Image durch umso intensiveren Werbeeinsatz teuer zurückgewonnen werden. Gerade in Zeiten wie diesen sucht der Konsument verstärkt nach Orientierung. Produkte und Marken, die sich standhaft und stabil präsentieren, schaffen Vertrauen und geben Sicherheit.

Die gute Nachricht
Schlechte Zeiten haben aber auch eine gute Seite. Was vordergründig nach einem Widerspruch klingt, ist einfach zu erklären. Werbung in Krisenzeiten bringt eindeutig einen Mehrwert. Wenn weniger Unternehmen werben, wird die „Lautstärke“ des Einzelnen umso hörbarer und damit auch der Erfolg umso größer. Mit anderen Worten: Werbung in Zeiten der Krise macht sich bezahlt. Studien beweisen, dass eine sog. antizyklische Werbung die Marktsituation eines Unternehmens deutlich verbessern kann. So betrachtet sind Krisen der richtige Zeitpunkt, um seinen Mitbewerbern wertvolle Marktanteile abzujagen.


Mut wird belohnt
Diese Meinung vertritt auch Prof. John Quelch von der Harvard Business School: „Unternehmen, die während einer Rezession – wenn die Wettbewerber sparen – verstärkt für ihre Marke werben, können Marktanteil und Rendite mit geringerem Kostenaufwand steigern als in guten Zeiten.“


Imagewerbung als Chance
Spricht man mit Unternehmern, so hört man immer wieder Aussagen wie: „Das Konsumklima ist so schlecht. Die Leute kaufen viel weniger als früher.“ Sicherlich, das stimmt. Aber trotzdem gilt: Je weniger die anderen werben, desto besser ist das für Sie. In Zeiten wie diesen empfehle ich vor allem Imagewerbung. Es muss ja nicht unbedingt teure Fernsehwerbung sein. Printwerbung, also Inserate und PR in Zeitschriften, Zeitungen und Magazinen bieten ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis. So effektiv wie jetzt können Sie nie wieder Ihr Produkt bekannt machen und Ihre Marke aufbauen.


Gegen den Strom
Wenn Sie Ihren Mitbewerbern einen Schritt voraus sein möchten, dann sollten Sie gerade jetzt nicht auf Werbung verzichten. Denn, wer keine Werbung macht, den kennt man nicht oder man vergisst ihn. Wenn die Konsumenten Ihr Angebot aber nicht kennen, dann werden sie Ihnen keinen Auftrag geben bzw. nicht bei Ihnen einkaufen. So einfach ist das. Oder, um mit Henry Ford zu sprechen: „Wer aufhört zu werben, um so Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“ Deswegen mein Appell: Egal, ob es gerade extrem gut oder auch nicht so gut läuft: Schauen Sie nach vorne. Wer jetzt wirbt, wird in Zukunft die Nase vorne haben. Denn Werbung ist definitiv eine Investition in eine erfolg-reiche Zukunft.

Beitrag von Mag. Heide Kühnel, Marketingberaterin
www.kuehnel-marketing.at

Beitragsbild: Adobe Stock

Teilen