Die meisten von uns haben wohl schon lange nicht mehr so viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbracht wie heuer. Bürotätigkeiten wurden nach Hause verlegt, Urlaube mussten storniert werden und selbst das Essen vom Wirten nebenan musste oder durfte man sich zeitweise nach Hause mitnehmen.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich viele Menschen heuer besonders viel Zeit nahmen, sich ihr
Zuhause wohnlich herzurichten: sei es mit ein paar wenigen Schliffen oder gar – im wahrsten Sinne – großräumigen Renovierungen. Und falls Sie noch nicht damit begonnen haben, lassen Sie sich von den nächsten Seiten inspirieren!


Küchen und Wohnzimmer

Moderne Landhausküche / Foto: Tischlerei Loidhammer

Während vor einigen Jahrzehnten Küche und Wohnraum noch getrennte Zimmer waren, setzen sich große, offene Räume, in denen man Koch-, Ess- und Wohnbereich vorfindet, immer weiter durch. Der Vorteil dieses Wohnkonzeptes ist die offene Kommunikation, die damit gefördert wird: Man kann während des Kochens leicht mit den Gästen plaudern, behält die Kinder beim Spielen im Auge und durch die fehlenden Wände wird der Wohnraum automatisch vergrößert.

Bedenken sollte man bei diesem Wohnkonzept jedoch auf jeden Fall den erhöhten Geräuschpegel im gesamten Raum: die Küchenmaschinen des Vaters könnten die Kinder bei ihrer Lieblingsserie zum Beispiel stören. In einen ordentlichen Dunstabzug zu investieren, ist ebenso empfehlenswert, weil sich sonst im gesamten Wohnbereich Gerüche bilden können. Und wen herumstehende Küchengeräte oder gar schmutziges Geschirr stören, muss in einem offenen Wohnkonzept noch penibler auf Ordnung achten. Ob offen oder nicht, Wohnraum und Küche sind gerade in Zeiten wie diesen zum Lebensmittelpunkt avanciert. Deshalb ist eine ansprechende Gestaltung, die für eine Wohlfühlatmosphäre sorgt, sicher keine schlechte Idee.

Unabhängig davon, wieviel Platz man zur Verfügung hat, findet man doch in den meisten Wohnzimmern Sofas und dazugehörige Beistelltische vor. Je weniger Platz, desto praktischer sollten sie sein, weshalb Modelle mit zusätzlichem Stauraum bei der Ordnung helfen. Polster und Decken kosten nicht viel und vermitteln ein kuscheliges Gefühl: besonders, wenn draußen der Nebel vorbeizieht. Kamine erfreuen sich auch immer größerer Beliebtheit, denn sie sehen nicht nur ansprechend aus, sondern erzeugen eine ganz besondere Wärme zuhause.


Home Office
Ein neuer Wohnraum oder vielleicht auch nur -bereich hat sich dank der aktuellen Lage sehr schnell etabliert: das Home Office. Wer in der glücklichen Situation ist und seine Stelle behalten konnte, wurde zumindest für einige Zeit, nach Hause geschickt. Während sich die die Schwierigkeit der Vereinbarkeit von Familie und Karriere in dieser Zeit besonders deutlich zeigt, ist auch das Schaffen eines neuen Bereiches kein leichtes Unterfangen. Nicht jeder hat ein extra Zimmer, das für Bürotätigkeiten geeignet ist, weshalb oft Küchen- oder Esstische zweckentfremdet werden.
Prinzipiell kein Problem, solang man weiterhin auf die Ergonomie achtet: sind die Sessel bequem, sitzt man aufrecht oder macht vielleicht ein Sitzball Sinn? Arbeitet man am Laptop oder gibt es die Möglichkeit, vom Büro Tastatur und Bildschirm auszuleihen? Und gelingt es, eine klare Grenze zwischen Arbeit und Privatleben zu ziehen? Besonders bei letztem Punkt helfen einfache Rituale, wie die Arbeitsfläche leer halten und abends nach getaner Arbeit nicht nur den Computer auszuschalten, sondern den Arbeitsplatz so gut es geht freizuräumen.

Arbeiten im Home Office / Foto: Adobe Stock

Wer ein eigenes Büro zur Verfügung hat, sollte – genau wie im eigentlichen Bürogebäude – auf den Lichteinfall achten und sich überlegen, ob nicht ein Stehtisch eine sinnvolle Investition wäre. Regelmäßiges Lüften und Kaffeepausen mit Raumwechseln simulieren nicht nur den Büroalltag, sondern helfen dabei, kühlen Kopf zu bewahren. Wie dem auch sei: gestalten Sie sich Ihr Büro so angenehm wie möglich!


Regional und hochwertig
Das Thema Nachhaltigkeit begleitet uns bis hinter die eigenen vier Wände. Nicht nur der Wohnbau hat sich angepasst – immer mehr Menschen investieren in hochwertige Möbel aus regionalem Holz, entworfen und gebaut von Tischlereien aus dem Umkreis.
Dass die Kosten kurzfristig natürlich höher sind als die Einrichtung beim Billigmöbelhaus, ist klar, und manchmal ist die günstigere Variante nicht zu vermeiden, aber neben dem ökologischen Fußabdruck, der Förderung der lokalen Unternehmen und der bestimmt geringeren Schadstoffmenge in den Materialien, können die Tischlereien Einrichtungen viel leichter auf individuelle Bedürfnisse und Geschmäcker zuschneiden.


Wandfarben
Mit nur wenig Aufwand und geringen Kosten, aber umso mehr Effekt bringt eine neue Wanddekoration neue Stimmungen in Ihren Wohnraum. Und die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich!
Nach einem Hoch in den 1980ern erleben Tapeten gerade ihr Revival. Anders als noch vor 30 Jahren werden nun aber nicht ganze Räume mit einem dezenten Muster tapeziert, sondern einzelne Wände mit auffälligen Mustern, Illustrationen, oder gar mit Naturdrucken (wie Wälder oder Wasserfälle) dekoriert.

Vor allem im anglo-amerikanischen Raum sind weiße Wände eher unüblich: hier werden oft einzelne Zimmer nach Farben bemalt. Gelb-, Beigetöne, Rot- und Brauntöne bereiten eher warme Stimmung und sind deshalb für Wohnraum oder Schlafzimmer geeignet. Blau oder grün vergrößern den Vorraum oder setzen in Küche oder Bad interessante Akzente. In den vergangenen Jahren wurden auch kräftige Farben immer trendiger. Egal ob nur eine Wand oder der gesamte Raum ausgemalt wird: sie sind auf jeden Fall ein Hingucker!

Foto: Adobe Stock


Für wen neue Wandfarben zu viel Aufwand oder zu große Veränderungen bedeuten, der kann auch schon mit kleinen Details viele neue Akzente setzen. Mittlerweile findet man bereits bei Baumärkten oder Möbelhäusern ansprechende Kunstdrucke für die Wand. Wer lieber lokal einkauft und Hochwertiges schätzt, wird eher in Galerien in der nächstgelegenen Stadt fündig.


Wer die Kunstwerke der eigenen Kinder oder Enkeln liebt, kann diesen mit ansprechenden Rahmen und in wohl überlegter Anordnung nicht nur Anerkennung zollen, sondern sie so zur Geltung bringen, dass sie beinahe wie professionelle Kunstwerke wirken.
Wandtattoos (auch als Wandsticker oder Wandaufkleber bekannt) sind ebenfalls sehr einfach anzuwendende Dekorationsartikel für jeden Raum. Ob lustige Sprüche in der Küche, eine Weltkarte im Wohnzimmer oder Blumenmuster für leere Ecken – sowohl Online als auch im Fachhandel findet man Inspirationen für jedes Zimmer.

Do it yourself (DIY) – Selbermachen kommt nie aus der Mode

Selbermachen macht Freude – Foto: Adobe Stock

Wer selbst gerne mit den eigenen Händen arbeitet oder einfach gerne kreativ tätig ist, kann sich natürlich jederzeit selbst den eigenen Wohn-bereich umgestalten.
Ob man nun seinen Möbeln einen neuen Anstrich verpasst, gemeinsam mit den Kleinen Vasen oder Kerzen dekoriert, Polsterbezüge häkelt oder Patchworkdecken näht: die Möglichkeiten sind vielfältig und bieten sich auch als tolle persönliche Geschenke für die Lieben an.
Neben zahlreichen DIY-Plattformen im Internet, findet man mittlerweile Inspiration im Fachhandel, in Aus-lagen oder einfach in der Nachbarschaft. Gehen Sie mit offenen Augen durchs Leben: nicht nur, aber auch für Ihren Wohntraum!

Text: Monika Dauterive, Beitragsbild: Adobe Stock

Erschienen in Leben im Salzkammergut, Ausgabe 09/2020

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